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Dolby-Atmos-Review
Blues Brothers
(Extended Version Deluxe Limited Digipak Edition)

Musikfilm • USA 1980/1998 • Laufzeit: 148 Minuten
Mit Dan Aykroyd, John Belushi; Regie: John Landis
Altersfreigabe: FSK ab 12 Jahre

Test-Disc:
Blu-ray Disc, Deutschland 2016
Universal Pictures / Turbine Medien, Erscheinungsdatum: 08.09.2016
deutsche Tonspur (Dolby Atmos)

 
DOLBY-ATMOS-BEWERTUNG
90%
 
HIGHLIGHTS

0:39:40 Kamerafahrt, während Zug vorbeifährt
1:06:45 Gewitter
1:09:30 Shake Your Tail Feather
 
 
 
Autor: Nico Jurran
erschienen am 07.09.16
Inhalt
Jake Blues, gerade aus dem Staatsgefängnis von Joliet entlassen, wird von seinem Bruder Elwood in einem ausgemusterten 1974er Dodge Monaco der Mount Prospect Police abgeholt. Wie von Jake versprochen, besuchen sie das Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind. Die Mutter Oberin klagt ihnen ihr Leid: Sie muss 5000 US-Dollar Steuerschulden bezahlen, für die die Kirche nicht aufkommen will – weshalb die Schließung des Weisenhauses droht. Die Blues Brothers bieten an, das Geld zu „beschaffen“, werden dafür aber von der Schwester im hohen Bogern hinausgeworfen, da sie kein gestohlenes Geld akzeptieren würde. Von ihrem Ziehvater Curtis erfahren sie, dass auch er auf die Straße gesetzt werden wird, wenn die Steuerschuld nicht bald beglichen wird. Es bleibt ihnen keine andere Wahl, als das Geld auf ehrliche Weise aufzutrieben.
In einer Kirche, während der mitreißenden Predigt des Right Reverend Cleophus James, kommt Jake die göttliche Erleuchtung: Die „Band“ muss wieder zusammengebracht werden. So machen sich Jake und Elwood „im Auftrag des Herrn“ auf, für ein Konzert ihre ehemaligen Bandmitglieder zusammenzutrommeln, die mittlerweile als Hotelmusikanten, Oberkellner und Imbissbesitzer arbeiten. Auf ihrem abenteuerlichen, mit diversen musikalischen Gastauftritten gespickten Roadtrip zerstören sie unter anderem mit ihrem Auto auf der Flucht vor der Polizei ein Einkaufszentrum, geben sich als Countryband aus und legen sich mit amerikanischen Neonazis an. Doch die Blues Brothers lassen sich durch nichts aufhalten – auch nicht durch die Attentatsversuche von Jakes verflossener Verlobten…
Tonmenü der deutschen Blu-ray Disc.

Tonmenü der deutschen Blu-ray Disc.

Turbine Medien hat mit dieser auf 5555 Exemplaren limitierten Edition in Zusammenarbeit mit dem US-Studio Universal den Kultfilm “The Blues Brothers” erstmals in einer komplett deutsch synchronisierten Langfassung auf Blu-ray herausgebracht. Dazu gibt es die originale englische Tonspur und einen Dolby-Atmos-Track der deutschen Langfassung. Letzterer ist auch die erste 3D-Sound-Fassung des Films.

Die ingesamt 15 Minuten langen Extra-Szenen stammen aus einer längeren 70-Millimeter-Kopie aus den 1980er Jahren. Wie Turbine das Film- und Tonmaterial aus verschiedenen Quellen in die neue Blu-ray-Edition gegossen haben, erzählten mit Turbine-Technikchef Christian Bartsch und Nils Wulkop vom Hamburger CSC-Studio in einem Interview für die c’t, das kostenfrei online abrufbar ist.

Zwar gab es hierzulande schon eine Langfassung des Films auf Blu-ray, doch die rund 15 Minuten zusätzliches Material wurden auf Englisch mit deutschen Untertiteln eingefügt. Für die Neuausgabe hat Turbine die Synchronsprecher der deutschen Fassung noch einmal ins Studio geholt und die fehlenden Szenen nachsynchronisiert. Auch Bild und Ton erfuhren eine liebevolle Überarbeitung.

Inhalt der Box
Die bei der limitierten Edition gebotene Ausstattung kann sich sehen lassen: Die Blu-ray Disc mit der Extended Version des Films bietet neben Dolby-Atmos-Trailern ein persönliches Vorwort von John Landis zur Neufassung, worauf sich Turbine Media ohne Frage etwas einbilden darf. Nicht zu vergessen ist hier natürlich die Dolby-Atmos-Tonspur.

Ebenfalls enthalten ist die Kinofassung von „The Blues Brothers“ und der Film „Blues Brothers 2000“, die auf den ersten Blick inhaltlich identlich mit den bereits erhältlichen Versionen erscheinen. Wer jedoch genau hinhört, wird feststellen, dass auch bei der Kinofassung in der deutschen 5.1-Version einige Stellen noch einmal überarbeitet worden sind. So wurde in der Szene mit der Nonne nach dem Sturz am Fuß der Treppe „Jungs“ hinzugefügt. Auf zum von der Wand in Elwoods Apartment fallende Schild gibt es nun dass passende Geräusch. Und letztlich wurde noch ein „Zurücktreten“ im Treppenhaus eingefügt – relativ am Ende, bevor die Tür aufgeschossen wird. Die Kinoversion bietet zudem erstmals auch den ursprünglichen Mono-Ton in deutscher und englischer Sprache.

(c) Bild Universal Pictures / Turbine

(c) Bild Universal Pictures / Turbine

Auf den Discs sind die bekannten Extras rund um das Making Of, das Feature „Das Transportieren der Musik“ und die „Erinnerungen an John“ mit Aussagen enger Freunde und Verwandter zu finden. Auf DVD liegt schließlich die rund 60-minütige filmische Dokumentation „The Best of The Blues Brothers“ vor, die auch Auftritten der Blues Brothers in zahlreichen Ausschnitten zeigt. Diese Doku liegt in deutscher Sprache mit Dan Akroyds Stammsprecher Thomas Danneberg vor.

Als physische Extras gibt es ein 48-seitiges Booklet mit Informationen rund um die Blues Brothers, ein kleines Blechnummernschild des Bluesmobils, 7 Postkarten, ein Wendeposter, je zwei 2 Aufkleber und Visitenkarten, Elwoods Führerschein, eine Mugshot-Karte mit Limitierungsnummer und schließlich die stabile Pappbox ohne FSK-Siegel.

Ton

Ich hatte vorab nicht nur die Gelegenheit, die neue Fassung zu begutachten, sondern durfte auch dem zuständigen Tonmeister über die Schulter schauen. Und konnte so sehen und hören, welche Mühe sich Turbine gemacht hat, unter anderem mit den Original-Synchronsprechern und mit der Bearbeitung des Bildes. Das Ergebnis ist hervorragend, die neue Edition ein echtes Liebhaberstück.

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Gewöhnlich höre ich mir einen gelungenen 3D-Sound-Mix mehrfach an und schreibe mir dann die Stellen auf, an denen die Effekte gut zu vernehmen sind. So habe ich es auch bei „Blues Brothers“ gemacht – und muss sagen, dass ich bei dieser Scheibe wirklich eine ganze Reihe hörenswerter Szenen gefunden habe – darunter viele Musikstücke, bei denen der Raum enorm geöffnet wird, ohne dass dies künstlich wirkt.

Am Ende habe ich mich für die drei oben genannten Szenen entschieden, da sie eine ziemliche Bandbreite an Höheneffekten abdecken – vom typischen Gewitter, über einen auf einer Brücke vorbeifahrenden Zug bis zu einem Musikstück, das einfach nur enorm Spaß macht. Ebenso hätte ich aber noch viele weitere Szenen nennen können – beispielsweise die Schüsse in der Kanalisation (1:57:20)

Ich hatte bereits in einem früheren Kommentar geschrieben, dass die Abmischung im direkten Vergleich an einigen Stellen in einem Heimkino mit „Heights“ besser klingt als auf einer typischen Atmos-Anlage mit Deckenlautsprechern – und das damals auch an einem Beispiel erläutert. Nutzer, die also ein Setup haben, um Auro-3D und Dolby Atmos parallel zu nutzen, dürfen sich also besonders freuen. Andererseits kann ich Atmos-Fans versichern, dass der „Height-Mix“ auch über Deckenlautsprecher sehr gut klingt.

In diesem Zusammenhang sei auch noch auf das Video von Patrick Schappert (Grobi TV) zum Thema hingewiesen:

Fazit
Der Dolby-Atmos-Soundtrack ist überaus beeindruckend.
Die Musikstücke gewinnen durch die Höhenkanäle deutlich. Vor allem ist die Balance gelungen: Es gibt einerseits einige schöne direktionale Effekte, die den Höhenlautsprechern Arbeit verschaffen – tatsächlich ist Blues Brothers ja ein actionreicher Film. Andererseits wirken Explosionen akustisch nicht überdreht. Meine Befürchtungen, der 3D-Sound würde unnatürlich und aufgeblasen wirken, haben sich nicht bestätigt.
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