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Die Übermittlung der Audio-Objekte funktioniert über eine Erweiterung des verlustfreien Kompressionsverfahrens DTS-HD Master Audio (kurz DTS-HD MA) – und auch über eine Extension des verlustbehafteten Kompressionsverfahrens DTS-HD High Resolution (DTS-HD HR). Allerdings hat bislang keine der veröffentlichten Blu-ray Discs mit DTS:X-Soundtrack diese Kombination verwendet.

So oder so kommen lediglich Blu-ray Discs und künftig Ultra HD Blu-ray Discs (für 4K-Filme) als DTS:X-Medien in Betracht; DVDs scheiden aus, das DTS-HD nicht als Tonformat für diese Video-Scheiben spezifiziert wurde. DTS-HD (und überhaupt DTS) wird auch nicht als Audio-Kompressionsverfahren von Video-on-Demand-Diensten genutzt – im Unterschied zu Dolby Digital Plus, das seinerseits einer der Basis-Codecs für Dolby Atmos ist. Hier hat Dolby Atmos folglich gegenüber DTS:X einen strategischen Vorteil.

Durch die Verwendung einer Struktur aus Codec-Kern und -Erweiterung (Core und Extension) ist DTS:X abwärtskompatibel zu AV-Receivern ohne passenden Decoder. Sie „sehen“ die jeweilige Erweiterung schlicht nicht und geben lediglich den Kern mit dem gewöhnlichen Surround Sound aus.


Software

Ohne passende Hardware hielten sich verständlicherweise auch die Filmstudios zurück. Immerhin veröffentlichte Lionsgate Mitte Juni 2015 in den USA den Science-Fiction-Film „Ex Machina“ als erste Blu-ray mit einem in DTS:X kodierten Soundtrack – und legte Ende November mit „American Ultra“ nach (siehe Titelliste). Die US-Discs sind jedoch mit dem Regionalcode**“A“ versehen und lässt sich nicht einfach auf europäischen Playern abspielen, die ab Werk nur Discs der Region**“B“ akzeptieren. Die deutsche, von Universal vertriebene Blu-ray Disc des Films „Ex Machine“ bietet wiederum nur gewöhnlichen 5.1-Ton.

„Crimson Peak“ war der erste Blu-ray-Titel mit DTS:X-Ton, der für den deutschen Markt angekündigt wurde.
Bild: vorläufiges Cover,
(c) Universal Pictures Home Entertainment

Nach der Ankündigung der DTS:X-Firmware seitens Denon und Marantz kündigte Universal Home Entertainment Anfang Dezember seine erste Blu-ray mit passendem Soundtrack an. Die am 25. Februar 2016 erschienene Disc „Crimson Peak“ ist zugleich die ersten DTS:X-Disc, die auf dem deutschen Markt erscheint (aktuelle Titelliste). Sie bot allerdings nur die englische Originalfassung in DTS:X, die deutsche Synchronfassung lag in gewöhnlichem DTS 5.1 vor.

Die bislang erschienenen DTS:X-Filme wurden interessanterweise für Anlagen abgemischt, bei denen die Höhenkanäle über nach unten abgewinkelte „Height“-Boxen wiedergeben werden, die man an der Wand knapp unter der Decke montiert. Damit können manche Anwender durchaus leben. Atmos-Fassungen orientieren sich hingegen an den Versionen fürs Kino, wo ausschließlich Deckenlautsprecher zum Einsatz kommen.

Dolby Atmos und DTS:X lassen dem Nutzer zwar generell die Wahl, da der Decoder die Töne für die Höhenkanäle bei der Wiedergabe des Soundtracks in Echtzeit auf die vorhandenen Lautsprecher (um-)verteilt. Die unterschiedlichen Ausrichtungen bei der Abmischung haben aber durchaus Konsequenzen: Gibt man einen DTS:X-Mix für vier Heights über Deckenlautsprecher wieder, so muss der Decoder die für die Heights bestimmten Töne über die Deckenlautsprecher und die Front- beziehungsweise Surround-Box auf Ohrhöhe abspielen, um zwischen diesen eine passende Phantom-Schallquelle zu erzeugen. Einige Anwender vemuteten darin jedoch einen Fehler — weshalb Denon mittlerweile explizit auf seiner Webseite darauf hinweist, dass der DTS:X-Decoder in solchen Fällen korrekt arbeitet.

Upmixer

Wie Auro-3D und Dolby Atmos bringt DTS:X einen Upmixer mit, der für gewöhnliche (Surround-)Soundtracks einfach eine obere Soundebene generiert, die über die vorhandenen Höhenlautsprecher wiedergeben wird. Bei DTS trägt der Upmixer den Namen „DTS Neural:X“

Bei Receivern von Denon und Marantz arbeitet der Upmixer nicht mit Ausgangsmaterial zusammen, das nach einem Dolby-Verfahren komprimiert wurde. Umgekehrt ist es etwa bei den DTS:X-tauglichen Denon-Receivern nicht möglich, den „Dolby Surround“-Upmixer für DTS-kodierte Soundtracks zu aktivieren, während dies bei den Modellen des Herstellers mit Dolby-Atmos-, aber ohne DTS:X-Decoder kein Problem ist. Yamaha-Receiver, die das DTS:X-Firmware-Update Ende März 2016 erhielten, kennen diese Einschränkung hingegen nicht: Hier lässt sich DTS Neural:X auch für Dolby-Digital-kodierte Soundtracks nutzen.

 

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