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DTS:X-Review
Crimson Peak
Horror • USA/Kanada 2015 • Laufzeit: 118 Minuten
Mit Mia Wasikowska, Tom Hiddlesto, Jessica Chastain, Charlie Hunnam • Regie: Guillermo del Toro
Altersfreigabe: R (Deutschland FSK ab 16 Jahre)

Test-Disc:
Blu-ray Disc, Deutschland 2016
Universal Pictures, Erscheinungsdatum: 25.02.2016
englische Tonspur (DTS:X Master Audio)

 
DTS:X-BEWERTUNG
90%
 
HIGHLIGHTS

0:13:28 Ein ungebetener Gast an der Tür
0:40:32 Hausbesichtigung
1:46:00 Finale Konfrontation
 
 
 
Autor: Nico Jurran
erschienen am 24.02.16
Inhalt
Die junge Edith Cushing (Mia Wasikowska, „Alice im Wunderland“) lebt mit ihrem Vater Carter Cushing, einem Bauunternehmer, um 1900 in Buffalo. Sie ist gebildet und begabt, wird allerdings als Schriftstellerin in der Männerwelt argwöhnisch beäugt. Sie versucht sich als Autorin von Gruselgeschichten – auch weil sie nach dem Tod ihrer Mutter von deren Geist heimgesucht wurde. Eines Tages taucht der verarmte schottische Adelige Thomas Sharpe (Tom Hiddleston, „Avengers“) in Buffalo auf, der die junge Frau mit seiner charmanten Art schnell um den Finger wickelt.
Ediths Vater ist zwar misstrauisch, doch sie verliebt sich Hals über Kopf in den geheimnisvollen Mann. Nach dem mysteriösen Tod des Vaters flüchtet sich Edith in die Arme ihrer neuen Liebe und heiratet Thomas. Das Paar zieht in das heruntergekommene Anwesen Allerdale Hall in den Highlands Nordenglands, dem Stammsitz der Familie Sharpe. Hier lebt auch Thomas‘ Schwester Lucille. Nicht nur, weil ihre Ehemann den ganzen Tag an seinen Erfindungen arbeitet, fühlt sich Edith bald einsam und verlassen in dem kalten Haus. Mehr und mehr entpuppt sich Allerdale Hall als Albtraum…
(c) Bild Universal Pictures

(c) Bild Universal Pictures

Horror ist nicht mein bevorzugtes Genre, dennoch hat mir Crimson Peak als Geistergeschichte gut gefallen – nicht zuletzt wegen der ausgezeichneten Besetzung des Films, dessen Herzstück ein dreiköpfiges Kammerspiel ist. Allerdings muss ich im Nachhinein einem Kommentar zustimmen, wonach der ganze Film wohl zu 99 Prozent auch funktionieren würde, wenn gar keine Geister darin vorkämen. Von entscheidender Bedeutung für den Fortgang der Geschichte sind sie jedenfalls eigentlich nicht – erhöhen aber durchaus die Spannung. Was es tatsächlich am ehesten zu bemängeln gibt, ist die sehr geradlinige Handlung ohne wirkliche Plot-Twists. Horror-Fans, denen es nicht blutig genug sein kann, kommen lediglich im Finale ein wenig auf ihre Kosten…

Bild
Auch wenn es hier vorrangig um den Ton gehen soll, will ich kurz auf das Bild eingehen, das mir tatsächlich gut gefallen hat. Optisch gehört Crimson Peak wohl zu den eindrucksvollsten Horror-Streifen der vergangenen Jahre. Das Haus mit seinem „Garten“ ist tatsächlich der geheime Star des Films – und beides wurde hervorragend von Regisseur Guillermo del Toro in Szene gesetzt. Lediglich die Detaildarstellung hätte nach meinem Geschmack an einigen Stellen etwas besser sein dürfen.

© Bild Universal Pictures

© Bild Universal Pictures

Mit dem Spiel zwischen Licht und Schatten und den intensiven Rottönen müsste der Film eigentlich auch ein Spitzenkandidat für eine Ultra-HD-Auswertung mit höherem Kontrast (HDR, High Dynamic Range) und erweitertem Farbraum sein. Man darf gespannt sein, ob eine solche Version erscheinen wird.

Ton

„Crimson Peak“ ist die erste Blu-ray Disc auf dem deutschen Markt mit einem DTS:X-Soundtrack (DTS-HD Master Audio als Basis). Allerdings liegt lediglich die englische Originalversion (mit zuschaltbaren englischen und deutschen Untertiteln) in diesem Format vor, die deutsche Synchron-Fassung ist lediglich DTS-5.1-kodiert. Daher bezieht sich auch die nachfolgende Kritik auf die englische Tonspur. Getestet habe ich die Disc auf einer 5.1.4-Anlage mit Denons AVR-X6200W als Receiver.

Tonmenü der deutschen Blu-ray Disc.

Tonmenü der deutschen Blu-ray Disc.

Dem DTS:X-Soundtrack von Crimson Peak handelt es sich offenbar um einen Remix, da der Film laut IMDb im Kino lediglich einen Dolby-Digital-7.1-Ton bot. Die Neuabmischung ist jedoch überaus gelungen – und macht die Geistergeschichte endgültig zu einem Schauertrip. Tatsächlich legen die Höhenkanäle von der ersten Minute an los – und bleiben fast die gesamte Laufzeit von 118 Minuten über aktiv. Daher hatte ich ehrlich gesagt etwas Schwierigkeiten, überhaupt explizite Highlights (siehe oben) herauszusuchen. Vorrangig fallen mit dabei natürlich vor allem die Szenen ein, bei denen die Geister ihre Auftritte haben – wie etwa in der aufgeführten Szene ab der 13 Minuten. Hier schlägt der Sound mit voller Dynamik zu, sodass man als Zuschauer praktisch akustisch einen Schlag versetzt bekomt.

Aber häufig sind es gerade die subtilen Effekte, die herausstechen – wie etwa die Momente, wenn die Protagonistin zum ersten Mal ihr neues Heim besichtigt (ab 0:40:32). Im Verlauf der nächsten Minuten knarrt das Gebälk, rumpelt der Fahrstuhl los und blubbert das Badewasser durch die alten Rohre. Da macht das Zuhören einfach nur Spaß.

Als drittes Highlight habe ich die finale Konfrontation herausgesucht, die zum einem in einem Kellergewölbe und zum anderen auf einem freien Feld im Schneetreiben stattfindet, zeigt deutlich, wie gekonnt hier die Möglichkeiten von Rundum-Sound ausgenutzt werden. Freunde von 7.1-Abmischungen sei daneben die Szene im Bad ab 1:04:30 empfohlen, bei der die Verteilung der hinteren Back-Surround-Kanäle auf meiner 5.1-Anlage hervorragend funktionierte.

Ich habe mit den Film mit einer Atmos-typischen Top-Speaker-Konfiguration angeschaut und danach Schlüsselszenen noch einmal mit einer Height-Speaker-Konfiguration, die dem Auro-3D-Geschmack näher kommen. Beides funktionierte hervorragend.

Fazit
Der DTS:X-Soundtrack von Crimson Peak erreicht Referenzklasse.
Zum einen wird bei praktisch allen Szenen mit kleine und großen Geräuschen auf den Höhenlautsprechern und über die Öffnung des Scores enorm die Atmosphäre erhöht. Zum anderen bietet der Soundtrack den volle Dynamikumfang, wodurch die Schockmomente mit ungebremster Intensität rüberkommen. Dialoge bleiben stets gut verständlich.
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