Denon: Diskreter Ton bei DTS:X-Test-Clip nur mit Height-Lautsprechern garantiert

Denon: Diskreter Ton bei DTS:X-Test-Clip nur mit Height-Lautsprechern garantiert

Denon Großbritannien hat auf die Rückmeldung von Kunden reagiert, wonach der DTS:X-Sound-Check „DTS Sound Unbound Callout 11.1“ bei der Verwendung von Deckenlautsprechern eventuell nicht erwartungsgemäß funktioniert.

Nach der Veröffentlichung der DTS:X-Firmware für die ersten Denon- und Marantz-Receiver sind in verschiedenen Internetforen Berichte aufgetaucht, wonach der DTS:X-Sound-Check „DTS Sound Unbound Callout 11.1“ von der „DTS 2016 Demo Disc (Vol. 20)“ nicht korrekt wiedergegeben wird, wenn der Clip über eine DTS:X-taugliche Anlage mit Deckenlautsprecher (Top Speaker) abgespielt wird. Vielmehr sollen die Testsignale für einen Höhenkanal teilweise aus mehreren Lautsprechern gleichzeitig erklingen. Dieses Phänomen tritt hingegen nicht auf, wenn Height-Lautsprecher im Einsatz sind, die an der Wand knapp unter der Decke montiert werden.

Denon UK hat sich als erste Dependance es Herstellers zu diesem Punkt nun im Support-Bereich ihrer Webseite geäußert, mittlerweile gibt es auch bei Denon Deutschland hierzu einen offiziellen Hinweis. Demnach wurde „DTS Sound Unbound Callout 11.1“ tatsächlich explizit für eine Anlage mit der Kanalkonfiguration 7.1 (inklsuive Surround Back Right und Surround Back Left) auf Ohrhöhe plus Front Height Right, Front Height Left, Rear Height Right und Rear Height Left als Höhenkanäle kodiert. Hat man eine passende Lautsprecher-Konfiguration (siehe Abbildung oben) würden auch alle Töne getrennt auf jedem einzelnen Kanal wiedergegeben.

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Setze man statt Front-Height-Boxen hingegen Deckenlautsprecher (Top Speaker) ein, könne es dazu kommen, dass beispielsweise ein für den Front-Height-Left-Kanal (FHL) bestimmter Testton zugleich aus dem Top-Front-Left- und dem Front-Lautsprecher ertöne. Der DTS:X-Decoder versucht, durch die Verteilung auf die beiden Boxen eine Phantomschallquelle zu erzeugen, die der Position der angewinkelten Front-Height-Left-Box entsprechen würde.

Zu dieser Problematik hatte es auch in unserer Facebook-Gruppe bereits eine Anfrage gegeben. Ein Test mit den Sound-Checks von besagter DTS-Demo-Disc zeigte auf den Test-Anlagen mit Deckenlautsprechern aber diese Verhalten nicht. Daher dürfte bei der Verteilung der für die Height-Kanäle bestimmten Signale auch die Abstände der Boxen voneinander eine Rolle spielen. Auf jeden Fall ist nun endgültig geklärt, dass DTS bei der Abmischung der DTS:X-Demo-Disc tatsächlich vorrangig Anlagen mit Heights-Lautsprechern im Hinterkopf hatte.

Nachtrag/Kommentar

Nach der Veröffentlichung dieses Beitrags gab es einige Diskussionen darüber, ob das Verhalten des DTS:X-Decoders fehlerhaft sei – zumal Dolby Atmos wie DTS:X ein objektorientiertes Format ist, der Atmos-Decoder bei der Wiedergabe der Sound-Check-Clips von Dolbys offiziellen Demo-Discs diese Umverteilung aber nicht vornimmt.

Hierzu muss man ganz klar sagen, dass sich Dolby Atmos im Heimkin an der Kinoversion orientiert und daher dafür ausgelegt ist, mit Deckenlautsprechern zu arbeiten. Die Töne für die Höhenkanäle sollen praktisch direkt über den Zuschauern erschallen. Entsprechend wurden auch die Signale für die Höhenkanäle auf Dolbys Demo-Scheiben gespeichert. Bei einer Wiedergabe über ein Atmos-Setup mit Height-Lautsprechern, versucht der Atmos-Decoder die eigentlich für die Deckenlautsprecher bestimmten Töne also auf eben diese Height Speaker zu legen. Dass er dabei die Hauptlautsprecher auf Ohrhöhe nicht einbezieht, ist logisch: Damit würde das Ziel, die Höhenkanäle über den Zuschauern erklingen zu lassen, ja eher weniger erreicht.
 

Beim DTS:X-Demo-Clip liegt der Fall aber genau umgekehrt: Der Mix wurde für vier Heights-Lautsprecher geschaffen. Wird er nun über eine Anlage mit Deckenlautsprechern wiedergegeben, kann der DTS:X-Decoder die gewünschte Position (über den Front- beziehungsweise Real-Lautsprechern, knapp unter der Decke) nur schwer alleine über diese Top Speaker „simulieren“. Daher bezieht er gegebenenfalls die Hauptlautsprecher mit ein, um praktisch die Heights als Phantom-Schallquelle zwischen den Deckenlautsprechern und den Front- beziehungsweise Rear-Boxen zu erschaffen. Ergo: Der DTS:X-Decoder arbeitet hier korrekt.

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