Ultra HD Blu-ray: Dolby Vision vor dem Deutschlandstart

Ultra HD Blu-ray: Dolby Vision vor dem Deutschlandstart

Am Donnerstag bringt Universal Pictures offiziell die ersten Ultra HD Blu-rays auf den deutschen Markt, die ein ultrahochaufgelöstes Videobild mit erhöhtem Kontrast nach dem dynamische Dolby-Vision-Verfahren enthalten. Ich habe schon einmal einen Blick auf Scheiben und Wiedergabegeräte geworfen.

Am morgigen Donnerstag veröffentlicht Universal Pictures hierzulande die ersten beiden Teile der Animationsfilm-Reihe „Ich – einfach unverbesserlich“ (englischer Originaltitel „Despicable Me“) auf Ultra HD Blu-ray (UHD-BD). An sich wäre das keine große Sache – würde es sich nicht um die ersten beiden Scheiben handeln, die ein nach dem HDR-Verfahren „Dolby Vision“ kodiertes Videobild bieten. Klar, dass ich darüber etwas für eine kommende c’t-Ausgabe mache und vorab eine Meldung für heise online.

Zur Erinnerung: Fast alle auf UHD-BD veröffentlichten Spielfilme boten bereits ein Bild mit erhöhtem Kontrast (High Dynamic Range, HDR) und größerem Farbraum (BT.2020). Beim bislang ausschließlich genutzten „HDR10“-Verfahren konnte ein Studio bei der Produktion den gewünschten Bildeindruck allerdings lediglich einmal für den gesamten Film festlegen. Dolby Vision arbeitet indes „dynamisch“, was in diesem Zusammenhang bedeutet, dass sich die Metadaten für jede Szene oder gar Bild für Bild festlegen lassen. Zudem arbeitet Dolby Vision mit 12 statt wie HDR10 mit 10 Bit Farbtiefe.

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Im Vorfeld kaufte ich dafür einen Oppo UDP-203, zudem erhielte ich von LG ein 55 Zoll großes OLED-Modell aus der aktuellen B7-Reihe. Eigentlich wollte LG auch seinen Player LG UP970 bereitsstellen, der wohl schon das Dolby-Vision-Update aufgespielt gehabt hätte. Bislang ist das Gerät aber noch nicht eingetroffen. Das Set komplett macht ein Audio/Video-Receiver von Marantz vom Typ NR1608, der bereits Dolby-Vision-Passthrough beherrschen soll. Als Discs kamen bereits vor einigen Tagen die US-Fassungen von „Ich – einfach unverbesserlich“ an, heute konnte ich zudem noch den 2. Teil der Reihe vorab besorgen.

Erster Versuch

Erste Überraschung: Wirklich große Hinweise auf Dolby Vision gibt es auf den Discs nicht. Ich hätte ja zumindest einen Aufkleber erwartet; stattdessen klebte nur ein simpler „HDR“-Aufkleber auf frontseitig auf der Folie. Wirklich krass: Auf der Cover-Rückseite findet man bei der deutschen Scheibe noch weniger Hinweise auf Dolby Vision als auf der US-Disc. Selbst der auf den US-Discs noch vorhandene Hinweis „UHD Dolby Vison / HDR 10 Widescreen 1.85:1“ wurde in der deutschen Version schlicht durch „1,85:1 „Widescreen“ ersetzt. Was soll das?

Anyway, Discs ausgepackt und in den Oppo-Player gelegt – für den zuvor noch gerade rechtzeitig das passende Firmware-Update erschienen war. Und siehe da: Bei Direktanschluss erscheint „Dolby Vision“ auf dem Schirm des LG-OLED. Interessantes Detail: Eine Änderung der HDR-Einstellungen über die entsprechende Taste seiner Fernbedienung lehnt der Oppo unter Hinweis auf Dolby Vision ab.

Zweiter Versuch mit dem Marantz-Receiver NR1608: ebenfalls problemlos, wieder kommt Dolby Vision beim TV an. So soll es sein. Wer sich nicht sicher ist, kann beim Oppo auch länger auf die Info-Taste auf der Fernbedienung drücken, dann gibt es eine Detailanzeige. (Nebenbei: Dabei fiel mir auch auf, dass für die deutsche Synchronfassung in DTS:X ebenfalls „DTS-HD Master Audio“ aufgelistet wird, obwohl dieser Hinweis auf dem Cover nur beim Originalton zu finden ist).

Ein Telefonat mit Patrick Schappert, der bei Grobi.TV ebenfalls gerade mit den Scheiben und dem Oppo-Player experimentiert, ergab, dass selbst die derzeitigen UHD-TV-Spitzenmodelle von Sony und Loewe offenbar noch keine Dolby-Vision-Unterstützung bieten. Beide Hersteller hatten bereits vor längerer Zeit Dolby-Vision-Updates angekündigt, während Panasonic und Samsung dem Format eine klare Absage erteilten.

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Erster Eindruck

Nach kurzer Sichtung lässt sich bereits sagen, dass Universal Pictures bei den Titeln bei den Farben recht stark „ballert“. Szenen, bei denen Details in einem dunklen Hintergrund absaufen, konnten wir bislang (im Dolby-Vision-Bildmodus „Kino“ mit deaktiviertem TruMotion) zudem nicht entdecken. Ein möglicher Kritikpunkt wäre, dass bei einigen Szenen mit viel Bewegung der Hintergrund etwas weich erschien. Darauf muss ich aber noch einmal ein prüfendes Auge werfen.

Nicht unproblematisch ist, dass es sich bei den ersten Dolby-Vision-Titeln ausgerechnet um Animationsfilme handelt: Hier kann ein Studio natürlich wesentlich stärker an den Reglern ziehen, da der Zuschauer keinen Vergleich zur Realität zieht. Insofern wird man für ein endgültiges Urteil wohl oder übel auf die ersten Realfilme mit Dolby-Vision-Bild warten müssen.

 
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1 Comment

  1. Immer auch bedenken, dass ALLE DV fähigen TVs und DV ready TVs noch 10bit Panel verbaut haben! Der Vorteil von DV beschränkt sich auf das dynamische HDR, was auch definitiv eine Verbesserung gegenüber HDR 10 sein müsste. Leider bedeuten die 2 bit mehr im Signalweg gegenüber HDR10 auch, dass man früher an die Grenzen der vom Kabel möglichen Übertragungsrate stösst.

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