Warner: Dolby Vision auf UHD-Blu-ray bis Jahresende, HDR10+ nicht abgeneigt

Warner: Dolby Vision auf UHD-Blu-ray bis Jahresende, HDR10+ nicht abgeneigt

Im Rahmen der IFA hatte ich die Gelegenheit, mit Mitarbeitern von Warner Bros. über die dynamischen HDR-Verfahren zu sprechen.

Die IFA ist an sich keine Messe, auf der Hollywood offizielle Pressegespräche anbieten. Allerdings sitzen Mitarbeiter der Filmstudios in Schlüsselpositionen bei diversen Industrievereinigungen, die wiederum durchaus in Berlin den Dialog mit der Presse suchen. Da ist es natürlich verlockend, das Gespräch einmal in eine andere Richtung zu lenken. In diesem Jahr hat ich so die Möglichkeit, mit Vertretern von Warner Bros. zu sprechen.

Ein Thema drängte sich dabei auf: die dynamischen HDR-Verfahren. Zum einen hat Warner trotz aller Ankündigungen noch keinen Dolby-Vision-Titel auf Ultra HD Blu-ray veröffentlicht – und das, obwohl das Studio in den USA der Vorreiter für das Format beim Videostreaming war und beim dortigen Dienst Vudu bereits 60 entsprechende Titel im Sortiment hat. Zum anderen musste ich natürlich nach der Position zum neuen Konkurrenzverfahren HDR10+ fragen, das Samsung, Panasonic, 20th Century Fox und künftig Philips vorantreiben wollen.

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Dolby Vision

Zu Dolby Vision gab es eine recht klare Aussage: Warner steht weiterhin hinter dem Format. Nach übereinstimmender Aussage gab es jedoch Probleme, die die ursprünglichen Veröffentlichungspläne über den Haufen geworfen hätten. Dazu, welcher Natur diese Probleme waren, wollte aber keiner der Gesprächspartner konkretere Angaben machen – auch nicht im Bezug auf die Aussage von Disney, die gegenüber der US-Presse von Schwierigkeiten mit der Authoringsoftware gesprochen hatten.

Erklärt wurde mir lediglich, dass diese Probleme nun überwunden seien und man an der Veröffentlichung der ersten Dolby-Vision-Titel arbeite. Diese sollen bis zum Jahresende auf dem Markt erscheinen. Konkrete Titel nannten die Wanrner-Leute allerdings auch auf mehrfache Nachfrage nicht. Sollte es sich nicht um einen Katalogtitel handeln und bedenkt man dann die übliche Verwertungskette an, dürften Filme in Frage kommen, die aktuell im Kino laufen. Spontan würden mir als geeigente Kandidaten „Dunkirk“ und der Animationsfilm „Happy Family“ einfallen. Aber das ist reine Spekulation!

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HDR10+

Aus dem klaren Bekenntnis zu Dolby Vision darf man aber nicht ableiten, dass Warner man dem von den TV-Herstellern Samsung, Panasonic und künftig Philips unterstützten Konkurrenzformat HDR10+ eine Absage erteilt. Sinngemäß lautete die Aussage hier: Sollte sich mit Dolby Vision nur ein Teil der Kundschaft erreichen lassen und mit HDR10+ ein anderer (und danach sieht es ja aktuell aus), dann müsse man eben auch darüber nachdenken, Titel in beiden Formaten anzubieten.

Aktuell geht Warner auch davon aus, dass ein technischer Weg gefunden wird, die Metadaten beider dynamischen HDR-Formate neben denen des statischen Pflicht-Verfahrens HDR10 auf einer Disc unterzubringen. Mit Sicherheit kann das aktuell natürlich niemand sagen, da HDR10+ noch in der Entwicklung ist und die Spezifizierung als HDR-Format für die Ultra HD Blu-ray noch aussteht. Interessant dürfte dabei natürlich werden, ob die bis zur Spezifikation von HDR10+ erscheinenden UHD-Blu-ray-Player mit Dolby-Vision-Unterstützung (eventuell nach einem Firmware-Update) die weitere Datenschicht ignorieren, wie dies der Fall sein müsste.

© Bild Warner Bros. Alle Rechte vorbehalten.

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