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Dolby Atmos – Teil 2

Dolby Atmos – Teil 2

Nachdem wir uns im ersten Teil die unterschiedlichen Lautsprecher-Setups angeschaut haben, soll es in Teil 2 um den Codec als solchen und um das Angebot an Hardware und Software gehen.
  Weiterführende Links
Alle Filme mit Dolby-Atmos-Ton
Der Codec
Die Informationen für die Höhenkanäle stecken bei Dolby Atmos als Erweiterung in einer Dolby-Digital-Plus- oder Dolby-TrueHD-kodierten Audiospur. Die Kombination aus einem Codec-Kern und einer Erweiterung (englisch „Core“ und „Extension“) ist nicht neu und beschränkt sich auch nicht auf Kompressionsverfahren von Dolby – auch andere Formate setzen es bereits seit Jahren ein.

Dieses Konstrukt hat den Vorteil, dass sich vergleichsweise leicht Abwärtskompatibilität herstellen lässt: In AV-Receivern und -Vorverstärkern sehen Decoder, die zwar Dolby Digital oder TrueHD dekodieren können, aber kein Dolby Atmos, die Erweiterung schlicht nicht und liefern bei der Wiedergabe eines Atmos-Soundtracks weiterhin den gewohnten Mehrkanal-Ton. Ein Dolby-Atmos-fähiger Receiver erkennt hingegen auch die Erweiterung und verteilt die Audio-Objekte passend auf die vorhandenen Lautsprecher.

Im Falle von Dolby Atmos enthält der Kern den 7.1-Mix als Fundament („bed“) — oder genauer gesagt ein 7.1.2-Mix, denn tatsächlich sind nach Angaben von Dolby auch Informationen für die Höhenkanäle als Stereoformat mit im Bed vorhanden.

Anders ist es auch nicht möglich: Würden beispielsweise Regengeräusche nur in der Erweiterung stecken, würde es bei der Wiedergabe des Kerns plötzlich in einer Szene nicht mehr regnen. Technisch ist es recht unproblematisch, die für die Höhenkanäle bestimmten Geräusche bei der Atmos-Wiedergabe aus der unteren Ebene herauszufiltern und diese auf die Deckenlautsprecher zu legen. In der Erweiterung stecken schließlich weitere Audio-Objekte, die unter anderem präzisere Effekte in den Höhenkanälen ermöglichen — beispielsweise, dass ein Ton in einem 7.1.4-Setup von oben links nach oben rechts wandert.

Medien
Dolby Atmos ist nicht auf DVDs zu finden, da Dolby Digital Plus und Codec Dolby TrueHD erst zur Einführung der Blu-ray Disc spezifiziert wurden. Bei den Ultra**HD Blu-rays ist Atmos wiederum dabei. Dass 20th Century Fox, Disney Home Video und Sony Pictures Home Entertainment Dolby Atmos lediglich auf Ultra HD Blu-rays und nicht auch auf Blu-ray Disc anbieten, hat keine technischen Gründe. Vielmehr wollen diese Studios das 3D-Sound-Format hier lediglich als Marketinginstrument einsetzen.

Ist lediglich eine Dolby-Atmos-Spur auf einer Disc, kommt als Kern in der Regel das verlustfrei arbeitende Kompressionsverfahren Dolby TrueHD zum Einsatz. Bei einer zweiten oder gar dritten 3D-Sound-Spur kann es jedoch Probleme mit dem Speicherplatz auf der Scheibe beziehungsweise mit der maximalen Datenrate geben: Beträgt die Datenrate für reine Dolby-Digital-Tonspuren mit 5.1 oder 7.1 Kanälen auf Blu-ray gewöhnlich 640 kBit/s, sind bei einem verlustfrei komprimierter Dolby-TrueHD-Kern mittlere Datenraten von 4 bis 6 MBit/s üblich. Bei manchen Titeln nutzen die Studios daher für einige oder alle Spuren den mit verlustbehafteter Kodierung arbeitende Codec Dolby Digital Plus. Hier hält sich die Datenrate noch in Grenzen und liegt mit Atmos-Erweiterung in der Regel bei Werten um 1,6 MBit/s.

Aufgrund der niedrigeren Bitrate ist Dolby Digital Plus auch bei Videostreaming und bei Digital-TV-Übertragungen die einzige Wahl, wenn es um die Übertragung von Dolby Atmos geht. Tatsächlich bieten in Deutschland bereits der Video-On-Demand-Dienst Netflix (vor allem Eigenproduktionen) und Maxdome entsprechende Titel an, beim Pay-TV-Sender Sky liefen zudem Testausstrahlungen in Dolby Atmos.

Microsofts Spielkonsole Xbox One kann nicht nur Discs mit Dolby Atmos wiedergeben, sondern auch Videostreams von Netflix und Spiele. © Bild Microsoft.

Allerdings ist momentan die Auwahl an passenden Zuspielern noch recht begrenzt: Stand Frühjahr 2018 sind lediglich LG-Fernseher ab der 7er-Generation in der Lage, den Atmos-Ton aus ihrer Netflix-App über den „Audio Return Channel“ (ARC) genannten HDMI-Rückkanal an einen passenden Audio/Video-Receiver weiterzuleiten. Alternativ lässt sich auch die Xbox One (in allen Varianten) und deren Netflix-App nutzen, sowie – seit Februar 2018 – PCs mit Windows 10 und HDMI-Grafikkarte.

Mit „Star Wars Battlefront“ feierte Atmos auch bei Spielen seine Premiere — allerdings zunächst nur auf Windows-PCs, die über HDMI Bitstreams durchreichen können. Später kam nach einem Update der Betriebssoftware noch Microsofts Spielkonsole Xbox One (in allen Varianten) hinzu. Schließlich startete Dolby noch eine Initiative, um Dolby Atmos auch in Musikclubs und bei DJs als Sound-Format zu etablieren.

Hardware
Mittlerweile bieten praktisch alle aus der Audio/Video-Branche bekannten Hersteller Atmos-taugliche AV-Receiver und Soundbars an, darunter Denon, Marantz, Onkyo, Pioneer, Sony und Yamaha.

In kleineren Atmos-Receivern sind oft nur sieben Endstufen eingebaut, sodass sich ab Werk maximal ein 5.1.2-Lautsprecher-Setup (mit aktivem Subwoofer, also Tieftöner mit eigenem Verstärker) betreiben lässt. Manche dieser Geräte erlauben es aber, größere Konfigurationen zu nutzen; in diesem Fall benötigt man für die zusätzlichen Lautsprecher einen weiteren Verstärker, der an die Vorverstärkereingänge des Receivers angeschlossen wird. Ob diese Möglichkeit besteht, sollte man im Zweifel vor dem Kauf des Receivers klären.

Der Denon-Verstärker AVC-X8500H (hier in der US-Fassung) kann bis zu sechs Höhenlautsprecher antreiben. © Bild Denon

In den aktuellen Oberklasse-Modellen sind in der Regel neun Endstufen eingebaut, was für Atmos entweder ein 5.1.4- oder ein 7.1.2-Setup erlaubt. Möchte man mehr Lautsprecher ansteuern, benötigt man auch hier zusätzliche Verstärker. Dann ist üblicherweise eine 7.1.4- oder eine 9.1.2-Anordnung das Maximum. Hersteller sprechen in diesem Fall gerne von 11.x-Kanal-Processing.

Zum Modelljahr 2018 präsentierte Denon schließlich mit dem AVC-X8500H ein Spitzenmodell mit 13 integrierten Endstufen, mit dem sich ab Werk 7.1.6-Boxen-Setups für Dolby Atmos nutzen lassen.

Software
Nach einem eher verhaltenen Start hat Dolby Atmos ordentlich Fahrt aufgenommen: Alle Hollywoodstudios bringen heute Filme mit dem 3D-Sound-Format auf den Heimkinomarkt. Auch die !!! hat sich gebessert: Lag auf den Scheiben anfangs meist nur der Originalton in Atmos vor, finden sich auf den Scheiben mittlerweile regelmäßig auch die Synchronfassungen in deutscher Sprache. Mit positivem Beispiel gehen hier unter anderem Universal, Warner und StudioCanal voran.

Disney Studios Home Video, Sony Pictures Home Entertainment und 20th Century Fox bieten hingegen teilweise Ultra HD Blu-rays mit der deutschen Synchronfassung in Dolby Digital oder DTS an – also in verlustbehafteten Audioformaten aus der Zeit der DVD. Das hat nicht selten den Grund, dass Major-Studios ein und dieselbe Disc in möglichst vielen Regionen der Welt anbieten wollen. So werden auf eine Disc schon mal sieben Sprachspuren gezwängt; da lassen sich kaum mehrere Atmos-Spuren unterbringen.

Vergleichsweise mager sah es mit Dolby Atmos zunächst bei den Musiktiteln aus, da die ersten Label eher auf das Konkurrenzformat Auro-3D setzten. Erst Anfang November 2015 veröffentlichte das King’s College Cambridge mit „1615 Gabrieli in Venice“ die ersten Blu-ray-Audio-Scheibe mit Atmos-Ton. Bläser und Chor wurden dafür in einer Kirche mit Höhenmikrofonen aufgenommen; die Höhenkanäle verstärken die Räumlichkeit und die Ortbarkeit der Stimmen.

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Seither konnte Atmos aber deutlich zulegen: Nicht nur, dass Auro-3D-Unterstützer auf ihren Discs mittlerweile parallel Atmos-Abmischungen anbieten, auch große Labels sprangen auf den Zug auf – sodass jetzt beispielsweise neue Konzertmitschnitte und Neuabmischungen älterer Alben von Künstlern und Gruppen wie Hans Zimmer, Kraftwerk oder R.E.M. mit Atmos-Ton erhältlich sind.

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