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ÜBERSICHTSTABELLEN:

Dolbys Verzicht auf Upmixing-Sperre: Stand der Dinge

Dolbys Verzicht auf Upmixing-Sperre: Stand der Dinge

Recht überraschend hat Dolby seine Pläne aufgegeben, Hersteller künftig zu zwingen, an ihren AV-Receivern das sogenannte Cross-Format-Upmixing auf Dolby-kodierten Tonspuren zu unterbinden.

Gestern wurde in den einschlägigen Heimcineasten-Foren fleißig und mit großer Begeisterung die englischsprachige Meldung „Dolby Widthdraws Upmixing Restrictions: A Win for Consumers?“ des Online-Magazins Audioholics geteilt. Doch nicht jeder weiß, was genau dahinter steckt. Daher will ich an dieser Stelle eine kurze Erläuterung geben und aufzeigen, an welchem Punkt wir aktuell sind.

Worum geht es?
Receiver-Hersteller sollten nach Dolbys Willen künftig die Nutzung anderer herstellerübergreifender Upmixer auf Audiospuren, die in (bestimmten) Dolby-Formaten kodiert wurden, nicht mehr ermöglichen. Sprich: Bei bestimmten Dolby-Formaten sollten sich die Upmixer von DTS Neural:X oder (nur bei Modellen von Denon und Marantz) AuroMatic nicht mehr einschalten lassen, um Höhenkanäle hinzuzurechnen. Durchgesetzt werden sollte dies mit einer Verpflichtung, die die Receiver-Hersteller unterschreiben mussten.

Um welche Formate ging es konkret?
Dolby ging es darum, das Upmixing von Tonspuren zu unterbinden, die in Dolby Digital Plus oder Dolby TrueHD kodiert sind. Dolby Digital Plus ist beispielsweise bei Netflix im Einsatz und bei der deutschen Synchronfassung von Disney-Filmen auf Ultra HD Blu-ray, TrueHD-Spuren sind beispielsweise auf einigen Paramount-Titeln zu finden. Unbeeinflusst von dieser Sperre wären nach aktuellen Kenntnisstand in Dolby Digital kodierte Spuren gewesen. Ebensowenig hätte es PCM-kodiertes Quellmaterial betroffen.

Sollte die Sperre für alle Upmixer gelten?
Die Sperre sollte für alle Dolby-fremden Upmixer gelten, die herstellerübergreifend verwendet werden (können) – also DTS Neural:X und die AuroMatic. Sie sollte hingegen nicht für Eigenentwicklungen der Receiver gelten. Dazu zählt etwa der „Surround AI“-Algorithmus von Yamaha, der ebenfalls einen Upmixer enthält und der weiterhin hätte auf allen Dolby-Spuren eingesetzt werden können.

Was war der Grund für Dolbys Initiative?
Dazu hat sich das Unternehmen nie offiziell geäußert. Vermuten lässt sich natürlich, dass Dolby die Möglichkeit eines Vergleichs mit den Upmixern von DTS und Auro Technologies unterbinden wollte. Solche Vergleiche waren in der Vergangenheit in der Regel schlecht für Dolbys Upmixer (Dolby Surround Upmixer, DSU) ausgefallen.

Gab es da nicht schon mal so ein Hin und Her um Upmixing?
Ja, tatsächlich gab es bereits 2015/2016 einen entsprechenden Vorstoß von Dolby. Damals erschienen AV-Receiver verschiedener Firmen, bei denen sich DTS Neural:X nicht auf Dolby-kodierte Tracks nutzen ließ (und umgekehrt der DSU nicht auf DTS-Tracks). Nach inoffiziellen Aussagen mehrerer Hersteller hatte Dolby dies damals verlangt, rechtlich aber nur schwach abgesichert. Im Ergebnis brachte Yamaha eine DTS:X-Update ohne Beschränkung für seine Receiver heraus, woraufhin auch Denon und Marantz die Sperre wieder per Update entfernten. Aufgrund dieser Erfahrung schuf Dolby dann die nun zurückgezogenen Richtlinien, die die Hersteller zur Upmixing-Sperre zwang.

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Wurde die Sperre bereits eingesetzt?
Eigentlich mussten die Sperre nach der genannten Verpflichtung erst in Zukunft (zuletzt war die Rede von 2020) eingebaut werden. Beim Testen des Yamaha RX-A3080 stellte ich jedoch fest, dass Yamaha in einer Art vorauseilendem Gehorsam bei Receivern des Modelljahr 2018 die Sperre bereits aktiviert hatte. Die Sperre wurde auch durch das letzte Firmware-Update nicht wieder entfernt, sodass man aktuell auf Dolby-Digital-Plus- und Dolby-TrueHD-Spuren nur Surround AI anwenden kann (siehe oben), aber keinen anderen Upmixer. Umgesetzt wurde die Sperre zudem in den Modellen RMC-1 und XMC-2 des Herstellers Emotiva.

Sollte die Sperre auch nachträglich bei bereits ausgelieferten Receiver aktiviert werden?
Diese Behauptung hält sich schon lange, ist aber falsch. Dolby hat nie verlangt, dass bereits verkaufte AV-Receiver durch ein Firmware-Update nachträglich mit der Sperre versehen werden. Dies wäre aus rechtlicher Sicht auch höchst problematisch.

Was ist nun geschehen?
Dolby erklärt auf seiner Website, dass man die genannte Verpflichtung gegenüber den Receiver-Herstellern mit sofortiger Wirkung zurückziehe. Demnach dürften die Hersteller weiterhin Receiver anbieten, die ein Upmixing von Dolby-Spuren aller Art mit Upmixern von Drittherstellern (wie DTS und Auro) ermöglichen. Zwar werde man noch neue Bestimmungen zur Audioverarbeitung von AV-Receiver veröffentlichen, diese würden aber wiederum die Nutzung von Upmixern nicht einschränken.

Wie ist es zu der Entwicklung gekommen?
Bereits seit einigen Wochen wird hinter vorgehaltener Hand davon gesprochen, dass mehrere Firmen gegen Dolbys Sperr-Verpflichtung vorgehen. Als Hebel wurden dabei unter anderem das europäische Wettbewerbsrecht genutzt. So hat sich Xperi als Mutterunternehmen von DTS nach eigenen Angaben bei der EU-Kommission beschwert, dass Dolby hier seine marktbeherrschende Stellung rechtswidrig ausnutze. Weitere Beschwerden soll es unter anderem von Auro Technologies gegeben haben. Offenbar hat Dolby erkannt, dass die diesen Kampf am Ende verlieren – zumal sich ein zuständiger EU-Kommisar auf die Seite der Dolby-Konkurrenten gestellt haben soll.

Was sagen die Receiver-Hersteller?
Bislang recht wenig, da sie selbst wohl auch von der Entwicklung überrascht wurden. Viele Hersteller haben die gute Nachricht offenbar auch nicht von Dolby selbst erhalten, sondern durch ein Rundschreiben von Xperi.

Verwinden die Sperren jetzt aus den Receivern von Emotiva und Yamaha wieder?
Im Falle von Emotiva sieht dies tatsächlich nach dem momentanen Stand schlecht aus. Das Unternehmen erklärte auf Nachfrage, dass es dafür nicht nur ein Bit in der Firmware ändern, sondern der Code umgeschrieben werden müsse. Unklar blieb, ob Emotiva dies tun wird.
Yamaha hat sich bislang nicht geäußert (eine Nachfrage hatte ich umgehend an die betreffende Stelle geschickt). Aktuell gehe ich aber davon aus, dass sich die Sperre vergleichsweise leicht entfernen lässt. Bei den xx80er-Receivern erscheint sogar noch „DTS Neural:X“ im Display, die Höhenlautsprecher scheinen lediglich stummgeschaltet worden zu sein. Wann ein Firmware-Update verfügbar sein wird, kann ich momentan aber nicht sagen. Ich bleibe aber dran – und werde auch nicht locker lassen. Versprochen!

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8 Comments

  1. Puls-Code-Modulation. Hab mir sagen lassen, dass die Diskussion ziemlich sinnfrei ist. Jedem das seine 😉

    Reply
    • Dann hätte der, der Dir das gesagt hat, sich noch mal etwas besser informieren sollen. 🙂

      Mal ganz abgesehen davon, dass bei vielen Zuspielern das Umstellen schnell nervt, wenn man weiterhin nativen 3D-Sound hören will, sofern dieser vorhanden ist: Niemand kann Dir garantieren, dass jeder Zuspieler auch eine Mehrkanal-PCM-Tonausgabe bietet. PCM 7.1 ist übrigens nach meiner Erfahrung generell sehr selten, wenn eine 7.1-Quelle in einem anderen Format vorliegt.

      Und da bei der Wandlung von Dolby TrueHD bzw. DD Plus auch im Zuspieler Decoder zum Einsatz kommen: Wer sagt Dir, dass Dolby nicht auch deren Nutzung (und damit die Ausgabe von PCM-Ton) bei einem Dolby-TrueHD- bzw. DD+-fähigen AV-Receiver als Gegenstelle künftig gesperrt hätte, wenn die Firma mit der Nummer hier durchgekommen wäre?

      Und schließlich: Woher weißt Du, dass der PCM-Ton dem HD-Codec entspricht und nicht nur dem Grundcodec, der ja ebenfalls immer mit drauf ist? In der Vergangenheit gab es jedenfalls immer wieder Gerüchte, dass einige Hersteller bei preiswerten Zuspielern da ein wenig sparen.
      Fragen über Fragen… 😉

      Reply
      • Ich weiß ja nicht was Sie für Geräte verwenden?! 😉 Umstellen ist kein Argument. Das funktioniert definitiv komplett problemlos bei anständigen Stand Alone Geräten wie Oppo. Selbst günstige können das gut. (DIE AUSNAHME IST HIER SONY 😉 ) Hier wird ein Fass aufgemacht um das Marketing zu stärken. Können Sie garantieren, dass über HDMI Bitstream die „HD Spur“ verwendet wird?
        PCM zu sperren ist dann aber doch schon sehr weit hergeholt. Das würde sich kontraproduktiv auf TVs oder Bars auswirken, die dann vielleicht den Ton nicht mehr ausgeben können. Schade, für meinen Geschmack gibt’s hier bei dem Thema dann doch zu viel „hätte wäre wenn“. Ich finde das schon ziemlich übertrieben. Hoffentlich denkt sich das Management bei Dolby jetzt nicht: Die „Deutschen“
        oder Kritiker verwenden lieber die Upmixer. Na dann sparen wir weiter an der nativen Umsetzung von 3D Ton. Wird ja doch lieber DTS/Auro3D verwendet. Jedem das seine. 😉

        Reply
        • Nope, nicht weit hergeholt. Laut HDMI-Spezifikation ist nur PCM 2.0 Pflicht (siehe https://en.m.wikipedia.org/wiki/HDMI). Und da die Receiver ihre Fähigkeiten in diesem Bereich beim Handshake melden, wäre das auch kinderleicht umzusetzen: „Wenn Receiver DD+ bzw. TrueHD kann, dann keine Mehrkanal-PCM-Ausgabe“. Damit wäre auch jede Soundbar bedient. So einfach ist das.

          Übrigens bestimmt nicht Dolby, ob nativ in Atmos abgemischt wird, sondern die Studios…

          Reply
          • Ja stimmt. Das die Studios entscheiden ergibt Sinn. Habe ich nicht richtig durchdacht.

            Na dann können die Upmix Auromatic Freunde ja durchatmen..“Zum Glück“ wäre ich nicht betroffen gewesen. Jedem das seine 😉 …

            Danke für die Infos.

  2. Das hier:

    „Dolby hat nie verlangt, dass bereits verkaufte AV-Receiver durch ein Firmware-Update nachträglich mit der Sperre versehen werden. Dies wäre aus rechtlicher Sicht auch höchst problematisch.“

    kann so nicht stimmen. Pioneer hat seinerzeit mit dem ersten DTS:X-Update bei den Modellen SC-LX59 etc. eine nachträgliche Upmix-Sperre eingeführt.

    Auf Nachfrage wurden lizenzrechtliche Gründe benannt.

    Dass das nachträglich rechtlich problematisch sein dürfte, sehe ich auch so. Dennoch wurde man seinerzeit mit Einzeilern und Textbausteinen abgewimmelt, wenn man darauf hinwies. Eine sehr unschöne Erfahrung.

    Reply
    • Das war damals aber eine andere Situation. Denn der SC-LX59 konnte wie alle „DTS:X-ready“-Receiver ja damals überhaupt erst nach einem Update DTS:X dekodieren.
      In diesem Update war dann tatsächlich die Sperre drin. Es war aber nach meinem Kenntnisstand nie so, dass es das Modell mit DTS:X ohne die Sperre gab. In Bezug auf diese Grundfunktionalität gab es kein „nachträgliches“ Update, das die Sperre erst eingeführt hätte. Unschön war die Situation aber zweifellos.

      Reply
  3. Hallo Nico,

    gibt es etwas Neues zur Entfernung der Sperre in den Yamaha Receivern? Ich bin als Besitzer eines RX-V685 auch direkt betroffen und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
    Gibt es eine spezielle Stelle bei Yamaha, die ich mit Anfragen dazu „nerven“ könnte?

    Reply

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