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Kommentar: HDMI – der wiederkehrende Wahnsinn

Kommentar: HDMI – der wiederkehrende Wahnsinn

Neuer Wirrwarr um HDMI 2.1 – und warum ich der Meinung bis, dass der erweiterte Audiorückkanal in dieser Art nie Teil der neuen Spezifikation hätte werden dürfen.

Scott Wilkinson vom AVS Forum war wohl der Erste, dem ein Detail auf der US-amerikanischen Seite eines Receiver-Herstellers auffiel: Aufgeführt ist dort ein ein neuer Audio/Video-Receiver, der bereits drei Eingänge und einen Ausgang nach der neuesten HDMI-Spezifikation HDMI 2.1 haben soll. Das ist nicht nur deshalb ein Knaller, weil die passenden Chips eigentlich noch gar nicht fertig sein sollen, sondern auch, weil es sich ausgerechnet um ein 5.1-Einstiegsmodell handelt.

Erwartungsgemäß verbreitet sich diese Nachricht aktuell auf den einschlägigen US-Seiten. Doch mit jeder neuen Meldung werden die Formulierungen zur vermeintlichen Sensation vorsichtiger – nicht zuletzt, weil weder auf der japanischen noch auf der deutschen Seite des Herstellers den Hinweis auf HDMI 2.1 zu finden ist; hier steht jeweils schlicht „HDMI“.

Update 16.04., 11:15 Uhr:
[Mittlerweile hat auch der Hersteller mitgeteilt, dass es sich um einen Fehler auf der Website handelte, den man bedauere. Ich habe mich daher entschlossen, den Namen und das Modell zu entfernen, da es hier um die Sache gehen soll – und die betrifft jeden Hersteller.]

Das weckt Erinnerungen an eine in Deutschland Ende Februar verbreitete Pressemitteilung zu einem neuem Modell eines anderen Herstellers, in der sogar HDMI 2.2 stand – und ernsthaft bis heute steht. Vor allem aber war und ist in der Mitteilung die Formulierung „mit allen aktuellen und zukünftigen Dynamik- und Farbraum-Erweiterungen“ zu lesen – ein Verssprechen, dass eigentlich nur mit HDMI 2.1 zu geben ist. Damals bekam ich auf Nachfrage die Antwort „Wer weiß, was zukünftig alles via FW-updates aktiviert werden könnte…“, das war alles.

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Das eigentliche Problem

Damit nähern wir uns dem Kern des Problems: Die HDMI-Spezifikationen sind nach dem Prinzip „Alles geht, nichts muss“ gestrickt. Die Mindestvoraussetzungen, um das HDMI-Logo tragen zu dürfen, sind daher ein Witz – praktisch Full-HD-Video, Basis-Audiocodecs und der Kopierschutz HDCP. Wirklich problematisch ist aber, dass ein Gerät nur eine Funktion einer der höheren Versionen unterstützen muss, um für sich in Anspruch nehmen zu können, zu dieser zu gehören.

Bei der HDMI-Version 2.1 ist dies besonders fatal, da sie den Standard in mehrere, teilweise völlig unterschiedliche Richtungen erweitert. So zeigt sich bei einem genaueren Blick, dass HDMI 2.1 8K-Video mit neuen Kabeln ebenso behandelt wie die HDR-Varianten und dynamische Bildwiederholfrequenzen – und eine Funktion, damit Fernseher automatisch in den Gaming-Modus wechseln.

Ein Sprecher des HDMI-Forums erklärte auf der CES im Januar, dass sich der Umfang der HDMI-Spezifikation mit dem Sprung von HDMI 2.0 auf 2.1 praktisch verdoppelt habe.

Schon weil 8K selbst noch in der Entwicklung ist, wird es wohl Jahre dauern, bis überhaupt an Geräte zu denken ist, die tatsächlich den vollen Feature-Umfang von HDMI 2.1 unterstützen – wenn es überhaupt jemals soweit kommt. Erinnern wir uns doch einmal kurz daran, dass Ethernet-Verbindungen über HDMI vor vielen Jahren spezifiziert wurde und – nach meinem Kenntnisstand – bis heute kein Gerät von dieser Funktion Gebrauch macht, um eine Verbindung ins Internet herzustellen.

Was soll eARC in HDMI 2.1?

Vor allem aber bin ich der Meinung, dass vor diesem Hintergrund eine Funktion niemals hätte Teil von HDMI 2.1 werden dürfen: Der erweiterte Audiorückkanal, englisch Enhanced Audio Return Channel, kurz eARC. Diese Erweiterung des bekannten ARC sorgt dafür, dass künftig beispielsweise Fernseher mit Netflix-App den bei einigen Titeln vom Videodienst bereitgestellten Dolby-Atmos-Ton garantiert an den AV-Receiver ausgeben können.

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Versteht mich nicht falsch: Ich finde diese Funktion sehr wichtig. Ich bin bloß der Meinung, dass man sie bereits in einem Zwischenstandard HDMI 2.0c hätte bringen sollen. So wie man die Übertragung von HLG-HDR in HDMI 2.0b nachgeschoben hat.

Denn daran, dass eARC technisch kein so riesiger Schritt ist, kann kaum Zweifel bestehen: Zum einen ist mittlerweile bekannt, dass die passende Chip-Lösung von Lattice bereits in vielen AV-Receivern integriert ist und nur per Firmware-Update freigeschaltet werden muss (siehe meinen Bericht von der CES), zum anderen hat ja ganz offensichtlich LG bei seinen aktuellen Fernsehern eine Lösung gefunden, um den Atmos-Ton von Netflix an aktuelle AV-Receiver über ARC (nicht eARC!) zu übertragen.

Wenn über den im HDMI 2.1 spezifizierten eARC im Unterschied zur LG-Lösung auch HD-Audioformate wie Dolby TrueHD oder DTS-HD Master Audio laufen, kann ich nur antworten: „So what?“ Die werden in absehbarer Zukunft doch bei Netflix & Co eh keine Rolle spielen. Und dafür könnte ja meinetwegen – mit xARC (Xtreme enhanced ARC) oder was auch immer 😉 – eine eigene ARC-Variante in HDMI 2.1 spezifiziert werden.

Fazit

Nur so werden wir nun wahrscheinlich erleben, dass mancher Hersteller oder Händler mit der Freischaltung von eARC beginnt, das jeweilige Gerät als HDMI-2.1-Modell zu bewerben – was tatsächlich rechtlich nicht zu beanstanden ist, aber bei manchem Käufer aber eben völlig falsche Vorstellungen wecken dürfte. (Persönlich gehe ich auch davon aus, dass die anfangs genannten AV-Receiver von Yamaha und Pioneer vorbereitet für eARC nach HDMI 2.1 sind.)

Es handelt sich daher nicht um ein Problem der Hersteller, sondern um ein Systemfehler bei HDMI. Und so sind wir bei der Frage, die Journalisten bei jeder HDMI-Pressekonferenz seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholen: Wenn man schon alle Funktionen optional macht, wieso werden die Gerätehersteller nicht wenigstens verpflichtet, deutlich in die Prospekte und auf den Geräten(!) draufzuschreiben, welche der Features konkret unterstützt werden? Ich finde ja auch beispielsweise auch Angaben zur Wasser- und Staubdichtigkeit auch Sportuhren und Outdoor-Smartphones.

Kein Scherz: Ich kann mittlerweile nicht mehr zählen, wie häufig ein Vertreter des HDMI-Forum das als „wirklich gute Idee“ bezeichnet hat. Umgesetzt wurde es aber nie – und so geht der Wahnsinn wohl weiterhin mit jeder neuen Version von vorne los…

© Aufmacherbild Yamaha. Alle Rechte vorbehalten.

2 Comments

  1. Nico, genau so sieht es aus !

    Reply
  2. Ah, hier steht das mit LG!

    Na ja seit 2007 und HDMI 1.3 ist der Quatsch bekannt. Damals hatte man dann den erweiterten Farbraum als Unterschied zu HDMI 1.2, den man so nie nutzen konnte. Mein damaliger Fernseher hätte den Farbraum sogar unterstützt lol

    MS wollte die X ja mit HDMI 2.1 bringen, fast ein Jahr später ist HDMI 2.1 immer noch nicht in trockenen Tüchern. Die Features bringt die X jetzt aber auch so. Da fragt man sich, wozu HDM 2.1 überhaupt gut ist.

    Alle Tonformate über den Return Channel kann noch an der X wichtig sein, falls der AV Receiver die variable Bitrate und dem ultra low latency Modus nicht mitmacht. Ich verzichte da sicherlich nicht auf den Dolby Atmos/PCM Ton

    Reply

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